Ein Profilzylinder kostet mit Einbau weniger als ein Abendessen für zwei – gemessen daran wird er erstaunlich selten getauscht. Diese sechs Situationen sind klare Fälle:
1. Einzug in eine gebrauchte Immobilie
Sie wissen nie, wie viele Kopien der Vorbesitzer, dessen Ex-Partner, die Putzhilfe oder der Makler noch besitzen. Beim Kauf: sofort tauschen. Bei Mietwohnungen ist der Vermieter in der Pflicht, wenn Vollzähligkeit nicht belegt ist – nachfragen lohnt.
2. Trennung oder Auszug eines Mitbewohners
Der unangenehmste, aber häufigste Grund. Schlüssel „zurückgeben lassen“ genügt nicht, wenn vorher Kopien möglich waren.
3. Schlüsselverlust mit Adressbezug
Schlüssel plus Ausweis oder Post verloren: tauschen, noch am selben Tag.
4. Nach einem Einbruch oder Einbruchsversuch
Auch wenn „nur gehebelt“ wurde: Zylinder können vorgeschädigt sein (angebohrte Stifte, verbogener Kern) und Tage später versagen. Nach Manipulationsspuren immer tauschen – das zahlt bei Einbruch meist die Versicherung.
5. Der Zylinder ist alt oder hakt
Ein hakender Zylinder ist ein sterbender Zylinder. Wenn der Schlüssel nur noch in einer bestimmten Stellung dreht, ist der Austausch günstiger als die nächtliche Notöffnung, wenn er endgültig blockiert.
6. Ungeschützter Billigzylinder an der Außentür
Zylinder ohne Bohr- und Ziehschutz an Haus- oder Wohnungstür sind eine offene Einladung. Der Tausch gegen einen geprüften Zylinder (DIN 18252 Klasse 1–2) plus Schutzbeschlag ist die kosteneffizienteste Sicherheitsmaßnahme überhaupt.
Welcher Zylinder soll es sein?
Außentüren: mindestens Bohr-/Ziehschutz und Not- und Gefahrenfunktion; wer Nachschlüssel-Kontrolle will, nimmt ein System mit Sicherungskarte. Innentüren: Standard genügt. Und immer: passgenaues Maß, maximal 3 mm Überstand.